BRONKOW XXIII

Bronkow 23

Manchmal hapert alles, wird immer gleicher. Bis man kaum noch Unterschiede erkennt. Manchmal findet man mehr als man braucht. Ich liege am Ofen auf dem alten Teppich. Wenn man ihn kratzt und pult kommen Dinge zum Vorschein, die ich gut einordnen kann. Sandkörner, kleine Steine, Staubwolken wenn man ihn klopft und öfter als man denkt findet man Haare aus dem Fell eines längst gestorbenen Hundes.

Der Großvater sitzt auf dem Sofa am Fenster und starrt geradeaus. Er entwickelt einen Plan. Normalerweise halte ich mich an den Großvater, aber manchmal rede ich mit dem unsichtbaren Kind. Wir brauchen ein Moped, um künftig besser unseren Feinden zu entkommen. Felle haben wir genug, genauso wie Konservendosen und Holzspäne.

Das unsichtbare Kind fürchtet sich vor allem, was eine ungerade Zahl an Augen hat. Davor, eine Fünf oder eine Drei zu würfeln und vor dem einäugigen Mann, der die Prospekte bringt. Und es hat nicht gern Hunger. Das unsichtbare Kind ist nie älter geworden, aber es behauptet, einmal nur ein Bauch gewesen zu sein. Bald, sagt es, könnte ich sein Vater und sein Freund sein, so wie der Großvater mein Großvater und mein Freund ist.

Am morgen brechen wir zu dritt auf in Richtung der Landfleischerei. Wir nehmen den asphaltierten Weg auch wenn er länger ist. Ich trage einen Fuchsschal. Das Maul ist eine Klammer, die ihn um den Hals geschlossen hält. Dazu das Fell eines Biebers und zusammengerollt noch einen Schafspelz. Der Großvater trägt einen graublauen Kittel mit Taschen voller Sandpapier und Messern mit kurzen Klingen. Gleich bei der Autobahnabfahrt legen wir uns auf die Lauer. Gegen Abend gelingt es uns, eins der Autos anzuhalten und ein Tauschgeschäft vorzuschlagen. Der Großvater klemmt den Fuchs unter einen ihrer Scheibenwischer und die Frau gibt uns durch das offene Fenster zwei kleine Plastikbeutel mit Schrauben und ein paar wichtige Informationen.

Auf dem Nachhauseweg lachen wir viel und werten die Unternehmung als Erfolg. Nur an dem kleinen See, der so schwarz und moorig ist, sind wir kurz ganz still.